Der Verkauf in sechs Schritten
Für Inhaber und Geschäftsführer registrierter Inkassounternehmen, die einen Verkauf in Betracht ziehen. Der Verkauf folgt dem üblichen Weg eines Unternehmensverkaufs, mit Besonderheiten, die es nur im Inkasso gibt: Registrierung, qualifizierte Person, Zustimmung der Auftraggeber und Fremdgeld. Dieser Überblick ordnet die Themen in der Reihenfolge, in der sie sich stellen, und führt zu den ausführlichen Beiträgen. Um den Verkauf einzelner Forderungen geht es hier nicht.
Von Robert HetschlZuletzt aktualisiert: 1. Oktober 2026
- Für Inhaber registrierter Inkassounternehmen
- Rechtsstand Oktober 2026
- Vertrauliches Erstgespräch möglich

Sechs Themen, ein Verkauf

Schritt 1
Den Verkauf vorbereiten
Was Sie ein bis zwei Jahre vorher ordnen sollten und welche Fehler Käufer abschrecken.
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Schritt 2
Den Wert einschätzen
Wie Käufer rechnen und welche Faktoren den Wert eines Inkassounternehmens bewegen.
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Schritt 3
Die Käufer kennen
Sechs Käufergruppen, was jede sucht, wie sie prüft und was nach dem Kauf geschieht.
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Schritt 4
Den Ablauf planen
Die Phasen von der vertraulichen Ansprache bis zum Vollzug, und wo Zeit verloren geht.
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Schritt 5
Richtig übertragen
Share Deal oder Asset Deal: was mit Registrierung, Auftraggebern, Daten und Fremdgeld geschieht.
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Schritt 6
Steuern bedenken
Wie Rechtsform und Dealstruktur bestimmen, was vom Kaufpreis bleibt.
LesenIm Inkasso gelten beim Verkauf eigene Regeln
Inkasso ist eine Rechtsdienstleistung. Das Unternehmen darf sie nur erbringen, solange es beim Bundesamt für Justiz registriert ist, und eine Gesellschaft braucht dafür mindestens eine qualifizierte Person mit Sachkunde (§ 12 RDG). Diese Registrierung gehört der registrierten Person und lässt sich nicht mitverkaufen.
Daraus ergeben sich die Fragen, die jeden Verkauf prägen: wer nach dem Verkauf qualifizierte Person ist, ob die Auftraggeber zustimmen müssen, wie Fremdgeld und Schuldnerdaten übergehen und was mit Titeln geschieht, die auf Ihr Unternehmen lauten. Die folgenden Abschnitte zeigen, wo diese Fragen im Prozess auftauchen. Einen kompakten Einstieg bietet die Seite Inkassounternehmen verkaufen.
Die Vorbereitung beginnt ein bis zwei Jahre vor dem Verkauf
Käufer zahlen für Erträge, die sie prüfen können und die ohne den bisherigen Inhaber weiterlaufen. In der Vorbereitung ordnen Sie deshalb Zahlen, Verträge und Nachweise und bauen, wenn möglich, eine zweite qualifizierte Person auf. Muss diese Person die Sachkunde erst erwerben, braucht das mehr Vorlauf.
Den Wert bestimmen Auftraggeber, Erlösmodell und Registrierung
Käufer rechnen mit dem bereinigten, nachhaltigen Ergebnis und fragen, wie sicher es nach dem Verkauf bleibt. Bei einem Inkassounternehmen hängt das an der Struktur der Auftraggeber, am Verhältnis von Treuhandinkasso und Forderungskauf, an den Regeln für Inkassokosten und daran, wie stark das Geschäft am Inhaber hängt. Konkrete Kaufpreise oder Multiplikatoren nennen wir bewusst nicht.
Sechs Käufergruppen suchen jeweils etwas anderes
Für ein registriertes Inkassounternehmen kommen Inkassogruppen, Finanzinvestoren, Forderungskäufer, Gläubigerkonzerne, Käufer aus dem Ausland und das eigene Management infrage. Die einen zahlen für Auftraggeber, andere für Prozesse, für die Registrierung als Zugang zum Markt oder für ein Team, das ohne den Inhaber trägt. Wer weiß, was eine Gruppe sucht, kann gezielter ansprechen und Angebote besser vergleichen.
Unverbindlich
Einschätzung einholen
Sie schildern Ihre Situation, wir ordnen ein, was realistisch ist. Unverbindlich und vertraulich.
Vertrauliches Erstgespräch anfragenDer Ablauf folgt den Phasen eines Unternehmensverkaufs
Auf die Vorbereitung folgen die vertrauliche Ansprache möglicher Käufer, eine Absichtserklärung, die Due Diligence, also die gründliche Prüfung durch den Käufer, der Kaufvertrag und der Vollzug. Im Inkasso kommen Mitteilungen an das Bundesamt für Justiz, die Zustimmung wichtiger Auftraggeber und die Abrechnung des Fremdgelds hinzu. Wann Sie Auftraggeber und Mitarbeiter informieren, gehört zu den wichtigsten Entscheidungen im Ablauf.
Rechtsform und Dealstruktur bestimmen die Steuerlast
Wie viel vom Kaufpreis bleibt, hängt vor allem davon ab, ob Sie ein Einzelunternehmen, GmbH-Anteile im Privatvermögen oder Anteile über eine Holding verkaufen, und ob es ein Share Deal oder ein Asset Deal wird. Für Ihren Einzelfall ist ein Steuerberater der richtige Ansprechpartner.
Checklisten und Glossar begleiten jeden Schritt
Für die Vorbereitung gibt es eine Checkliste der Unterlagen für Bewertung und Due Diligence, für die Gespräche mit Interessenten einen Fragenkatalog. Beide finden Sie unter Vorlagen und Checklisten. Fachbegriffe wie qualifizierte Person, Earn-out oder Share Deal erklärt das Glossar.
Häufige Fragen
Quellen
- Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG), § 12 Registrierungsvoraussetzungen
- Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG), § 13 Registrierungsverfahren
- Rechtsdienstleistungsregister, geführt vom Bundesamt für Justiz
Stand der Angaben: 1. Oktober 2026
Über den Autor
Research
Robert Hetschl recherchiert für diesen Ratgeber zu Verkauf und Nachfolge von Inkassounternehmen. Er ist in der Recherche und Analyse von Unternehmenstransaktionen im Mittelstand tätig. Seine Beiträge stützen sich auf geltende Gesetze, Angaben von Behörden und Fachquellen, die im Quellenkasten genannt sind.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Wir recherchieren sorgfältig, übernehmen aber keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Vollständiger Hinweis
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